Man kann es im Netz auch heute noch häufig sehen: tippt man eine url ein, gelangt man zunächst auf eine üppig dekorierte, aber häufig nichts sagende Startseite auf der ein Link mit der Aufschrift “weiter” oder “bitte eintreten” wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde.

Dahinter steckt die nur allzu menschliche Vorstellung, dass eine Webseite wie ein Haus ist. Nicht umsonst wird ja auch im Englischen die Startseite als “home” bezeichnet. Der Vergleich ist zwar nicht ganz verkehrt, dennoch: er hinkt. Und warum das so ist und was eine Startseite statt dessen enthalten sollte, erkläre ich in meinem heutigen Beitrag.

Was genau ist eine Webseite?

Als Webseite bezeichnet man die Gesamtheit eines Internetauftrittes, der aus vielen Unterseiten bestehen kann. Das Verwirrende ist, dass jede Unterseite auch eine Webseite ist. Deswegen spreche ich häufig von “Website”, wenn ich den gesamten Auftritt meine. Bezieht sich eine Aussage auf eine Unterseite wähle ich den Begriff “Webseite”.

Man kann eine Website gut mit einem Buch vergleichen. Die einzelnen Kapitel sind die Unterseiten. Und so wie man ein Buch mittendrin bei einem bestimmten Kapitel aufschlagen kann, so ist es auch mit einer Website. Google indiziert nämlich jede Seite einzeln und liefert in der Ergebnisliste einer Suchanfrage nicht die Startseite aus, sondern die am besten zum Suchbegriff passende Unterseite.

Wie macht Google das?

googlebotGoogle ist ein Arbeitgeber für viele so genannte Bots. Das sind Roboter, die das Web durchwandern, immer auf der Suche nach neuen oder veränderten Inhalten. Die Links auf einer Webseite spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie sind die Pfade auf denen ein Bot sich von Seite zu Seite hangelt. Der Bot tut nichts anderes als die Linktexte zu lesen und den Verweisen zu folgen. Und wo keine Links sind, da kann ein Bot auch nicht hin.

Onsite- und Offsiteoptimierung

Denken wir nun an unsere Startseite mit dem einzigen “Weiterlink” wird schnell klar, dass so etwas wie ein Nadelöhr ist. Der Casus Knacktus an der Sache ist jedoch noch ein anderer. Dazu müssen wir jetzt etwas in die Suchmaschinenoptimierung einsteigen. Suchmaschinenoptimierung besteht aus 2 Komponenten: der onsite und der offsite-Optimierung. Onsite ist dabei alles, was Sie an bestimmten Dingen auf Ihrer Webseite selber beeinflussen und machen können. Hier vergeben Sie jeder Unterseite einzeln einen aussagekräftigen title, eine description, Suchworte und noch einiges mehr. Mit all diesen Maßnahmen helfen Sie der Suchmaschine, dass sie die Inhalte Ihrer Webseite bestimmten Suchwörtern besser zu- und darunter einordnen kann. Gibt dann jemand bei Google ein solches Suchwort ein, sollte Ihre Seite als eines von vielen Ergebnissen zu finden sein.

Google ist immer bemüht die treffendsten Ergebnisse weit vorne zu listen. Wenn jedoch Ihre Konkurrenten ein ähnliches Angebot haben, wird schnell klar, dass Ihre Mitbewerber sehr wahrscheinlich auch ähnliche Keywords benutzen. Nicht bzweifelt werden kann, dass sich bei ordentlicher onpage-Optimierung auch Ihre Webseite unter dem Suchergebnis befindet – die Frage ist nur wo? Auf der ersten Seite oder auf Seite 445 ganz unten. Es ist also die Reihenfolge entscheident und damit kommt der Pagerank und die offsite-Optimierung ins Spiel.

Der Pagerank und seine Rolle in der internen Verlinkung

Nomen es Omen – Page heißt übersetzt “Seite”, aber in Wirklichkeit wurde der Begriff nach dem Namen seines Erfinders gewählt und der hieß Larry Page. Der Pagerank ist eine Kennzahl, die auf einer Skala von 1 bis 10 die Popularität einer Webseite angibt. Er wird nach einer bestimmten Formel errechnet, die im Ergebnis das Maß der Verlinkung im Netz abbilden soll. Dahinter steckt der Gedanke, dass Webseiten, auf die von vielen Seiten verwiesen wird, besonders wichtig sind und zu einem Thema mehr Bedeutung haben als andere Seiten. Und diese Bedeutung fließt dann wieder in die Ranking, der Reihenfolge der Suchergebnisliste, ein.

Dabei ist es immer die Startseite, die am meisten Links von anderen Webseiten erhält und die in fast allen Websites den höchsten Pagerank hat. Sie können sich übrigens den Pagerank Ihrer Webseite anzeigen lassen, wenn Sie die Google Toolbar in Ihrem Browser installieren. Allerdings: Der Pagerank, der hier dann als kleiner grüner Balken angezeigt wird, wird gerne auch als Pixelstaub-Pagerank bezeichnet. Die Anzeige suggeriert nämlich, dass der wert immer gleich ist. Das stimmt aber so nicht. In Wahrheit – so heißt es – wird der PR mehrmals täglich berechnet und unterliegt oft erheblichen Schwankungen. Alle drei Monate findet die offizielle Neuberechnung statt – dieses Ereignis schimpft sich “google dance”.  Aber zurück zum Thema.

Der Pagerank hat die Eigenschaft, dass immer ein Teil davon an die Seite abgegeben wird, auf die ein Link verweist. Diese Seite “erbt” dann etwas von dem PR der Vorgängerseite und das ist auch innerhalb einer Webseite so.

interne Verlinkung

Wenn Sie bisher folgen konnten und sich das Schaubild angesehen haben, wissen Sie jetzt warum Startseiten mit nur einem “Weiter” Link schlecht für die Weitervererbung des Pageranks sind. Je mehr Links man zu einer Seite hin anklicken muss, desto weniger Pagerank bekommt diese Seite ab, desto geringer ist also die Chance, dass eine Unterseite überhaupt einen eigenen Pagerank bekommt und desto geringer sind die Chancen, dass die – an sich sehr wichtigen – Produktseiten in der Suchergebnisliste auftauchen werden. Die Produktseiten sind jedoch die Seiten, die die Suchworte enthalten. Auf der Startseite steht ja nichts und wo kein Text oder besser gesagt: wo kein suchmaschinenrelevanter Text, da ist auch kein Stichwort.

Fallen Sie daher ausnahmsweise mit der Tür ins Haus

Vergessen Sie also die Vorstellung von einem Haus und der Haurür und dem Foyer. So funktioniert das im Internet nicht, jedenfalls dann nicht, wenn Sie Kunden aus dem Netz abholen möchten. Entegen aller guten Benimmregel dürfen und sollen Sie mit der Tür ins Haus fallen, denn dann sieht das so aus:

jukemedia webdesign : Interne Verlinkung

Der Mensch ist das Maß aller Dinge

 Auch im Webdesign ist der Mensch das Maß aller DingeIch finde diese Aussage zwar ganz schön arrogant – aber in diesem Fall passt es schon, denn bei aller Wichtigkeit der Suchmaschine sollte man den menschlichen Leser einer Webseite niemals aus den Augen verlieren. Letztendlich werden Webseiten für den Menschen geschrieben und nicht für die Suchmaschine. Und letztendlich vergeben die Menschen die so wichtigen Backlinks. Die Startseite eines Internetauftrittes ist die wichtigste Seite und die Seite, die am häufigsten von anderen Webseiten verlinkt wird. Sie wird die meisten Backlinks erhalten.

Doch was passiert, wenn ein Leser einem Link folgt und über diesen auf eine Startseite gelangt, auf der erst weiterklicken muss um an die gewünschten Informationen zu gelangen? Richtig: so manch ungeduldiger Mensch wird u.U. weiterklicken und die Seite sofort wieder verlassen. Ein Besucher und vielleicht auch ein Kunde weniger.

Auf der Startseite sollte ein Besucher daher eine Seite vorfinden, die ihm einen einfachen und umfassenden Überblick über die Produkte bzw. Dienstleistungen ermöglicht.

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