Neue Chancen für den lokalen Handel

Shoppen im Internet? Für mich keine Frage, Einkaufen im Netz gehört für mich zum Leben dazu. Die Erinnerung an Zeiten, in denen wir einen ganzen Samstagvormittag einplanen mussten, um durch die Stadt zu laufen, weil ein neuer Fön gekauft werden soll, eine neue Jeans, Wollknäuel oder Zeichenstifte – definitiv vorbei.

Doch wie soll das weitergehen, wenn alle, bis auf Rentner, im Internet shoppen? Was passiert mit den innerstädtischen Bereichen, wenn es dort keine Geschäfte mehr gibt, weil sie wegen sinkender Umsatzzahlen die (teilweise horrenden) Ladenmiete nicht mehr zahlen können? Und wenn sich Inverstoren zurückziehen, weil dort kein Geschäft mehr gemacht werden kann? Wird sich dann auch die Gastronomie zurückziehen? Die Straßenmusikanten? Die Kultur? Wird der Schlossplatz veröden?

geisterstadt-webshopfoto: Thomas Reimer | fotolia.de

Werden Innenstädte zu Brachlandschaften, in denen dann, nachdem alles abgebrannt ist, erst wieder Künstler als Pionierbesiedler einziehen müssen um die Gebiete wieder aufzuforsten? Vielleicht ist das gar keine so schlechte Aussicht und der normale Lauf der Dinge. Alles beginnt, gelangt zur Blüte und geht dann wieder unter. Ein ewiges Kommen und Gehen.

Man mag registrieren, dass innerstädtische Bereiche schon längst nicht mehr so bunt sind, wie wir das mal geliebt haben. Kleine Läden, in denen man noch Außergewöhnliches fand, eine Innenstadt, in der man noch auf Entdeckungsreise gehen konnte. Wenn ich mir anschaue, wie es heute aussieht, eine Ladenkette nach der anderen und von Hamburg bis München das gleiche Angebot, dann möchte ich schon meinen, dass sich, wenn der kleine Handel erhalten werden soll, entweder was ändern muss oder es tatsächlich Zeit für größere Umwälzungen ist.

Aber wie?
Wie kann man, insbesondere die kleinen, lokalen Händler stärken?

Es ist ja schon ein bisschen schizophren, wenn wir einerseits immer mehr weltweit Handel betreiben, wenn Produktionsstätten nach Fernost oder sonstwo ausgelagert werden, um auf dem heimischen Markt mit noch mehr Dumpingpreisen und mit noch mehr Masse, noch mehr Umsatz zu machen. Wachstum, Wachstum.

Andererseits sehen wir aber auf lokaler Ebene, was mit dem Geschäft unseres Nachbarn passiert, mit unseren Städten und letztendlich auch mit unserem Miteinander. Lokal, so meine ich, zeichnen sich da eher gegenläufige Bewegungen ab: weg von Ladenketten, hin zum Hofladen und Anschluss an die kleine, regionale Umwelt.

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foto: Marc2811 | fotolia.de

Und nun kommt www.onlinecity-wuppertal.de daher und verbindet das eine mit dem anderen.

Der kleine Gemüsehändler, der bei uns schon seit Jahren seinen Laden aufgegeben hat, ist weit weg von den Möglichkeiten des Internets und ein Shop selber zu erwerben und zu pflegen,  viel zu teuer, als dass sich das ein kleiner Händler auf Dauer leisten kann.

Mit einer Plattform wie www.onlinecity-wuppertal.de werden in einem Ort alle dort ansässigen Händler zusammengefasst. Das heißt, dass man erstmal in seinem Umfeld schauen kann, was es im Laden gibt. So kann man sehen, was an Geschäften in der unmittelbaren Umgebung überhaupt da ist und ob es das Gewünschte zu kaufen gibt. Besonders auch für Leute auf dem Land, ist so etwas attraktiv, da dort die kleinen Läden schon vor Jahren aufgegeben haben und die Menschen auf ein Auto angewiesen sind um ihren täglichen Bedarf zu decken. Keine ganz leichte Aufgabe für ältere Menschen.

Geschichte aus dem Leben

Vor gefühlten 8-10 Jahren kam ich einmal mit unserem örtlichen Metzger ins Gespräch. Damals meinte ich, warum es nicht möglich sei, dass man sein Wurstpaket via Internet vorbestellen / kaufen kann und dann nur noch abholen muss? Nun ja, der Metzger hier am Ort ist kein so ganz kleiner, er hat mehrere Filialen und wenn die Umsätze stimmen, warum soll man denn da auf das Geschwätz von Leuten hören, die ja nur das Beste von einem wollen – Geld, indem sie eine Dienstleistung verkaufen möchten? Aber genau hier liegt – meiner Meinung nach – bei vielen Kaufleuten, der Knackpunkt. Kaufleute wissen nicht was eine Dienstleistung ist, sie leben von der Spanne zwischen Einkauf und Verkauf. Das Beratunsgespräch dazwischen ist nicht immer eine Beratungsleistung im eigentlichen Sinn, es ist ein Verkaufsgespräch mit mal mehr und mal weniger eindeutigem Ziel.

Mehr Service, mehr Dienstleistung

Wenn es jedoch gelingen kann, dass der Einzelhändler bereit ist, ein Mehr an Dienstleistung und Service zu erbringen – durch z.B. Abholzentralen oder Lieferdienste, durch Beratung und Fragen vorab via Internet – dann räume ich Ideen wie onlinecity-wuppertal.de gute Chancen ein bzw. ich fände es prima, wenn es so etwas auch bei uns geben würde. Immerhin ist ja schon zu vermerken, dass die Supermarktketten auch schon diese Richtung reagieren.

Es ist allerdings so, dass der Teufel bekanntlich nur in der Not Fliegen frisst.
Das ist schade.

 

 

 

 

 

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